Zugang, Praxis und Zukunft: Informationen aus der Arbeitswelt

Berufs- und Studienorientierung für Oberstufenschüler am 16. und 17.9. erstmals an der Alexander-von-Humboldt-Schule

Lauterbach (pm). Das Ende ihrer Schulzeit ist zwar noch nicht ganz so nah, Zeit sich um Zukunftsperspektiven zu kümmern, ist es in der Oberstufe aber dennoch bereits. Denn um sich in dem derzeitigen Angebot an Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten zurecht zu finden, braucht es eine gewisse Ausdauer: Auf über 18.000 Studienangebote ist die Palette der Universitäten und Hochschulen in diesem Jahr gewachsen. Und so fanden sich am Mittwoch und am Donnerstag mehr als 350 Schülerinnen und Schüler der Vogelsberger Gymnasien an der Alexander-von-Humboldt-Schule in Lauterbach ein. Dort fanden in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit die Oberstufen-Info-Tage statt, ein Forum, das Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, sich aus erster Hand über verschiedenste Berufs- und Ausbildungswege zu informieren.

Schulleiterin Gitta Holloch zeigte sich sichtlich erfreut über den guten Zuspruch, den die Veranstaltung erfuhr: Erstmals war die AvH Gastgeberin der Oberstufen-Info-Tage, aus Alsfeld kamen etwa 150 Schülerinnen und Schüler mit Bussen oder der Bahn angereist. „Die Studien- und Berufsorientierung nimmt eine großen Raum an Schulen ein“, führte die Schulleiterin aus. Nicht ohne Stolz verwies sie auf die OloV-Zertifizierung, die ihr Gymnasium für herausragende Arbeit auf diesem Gebiet erhalten hat. Trotz aller Möglichkeiten, die Schule und Bundesagentur heute schon mit verschiedenen Beratungen anböten, kämen angehende Abiturienten nicht ohne Expertenwissen aus, betonte Holloch, und genau dieses stellten diese Tage zur Verfügung.

„Qual der Wahl?“ Diese Frage stellte zu Beginn der Veranstaltung Marco Sankewitz von der Bundesagentur für Arbeit und listete allein die Ausbildungsmöglichkeiten auf: 355 Studienfächer, mehr als 18.000 Studienangebote, über 400 Hochschulen allein in Deutschland; 350 betriebliche Ausbildungsberufe, 135 schulische Ausbildungen. „Bei diesem sehr differenzierten Angebot lohnt es sich, genau hinzuschauen“, empfahl der Experte, „es gibt für jeden sicherlich mehr als nur einen interessanten Studiengang. Sankewitz‘ Dank galt zum einen der Schule für die Kooperation und die Bereitstellung der Räume, zum anderen auch den beiden „Außen-Locations“: Sparkasse und Posthotel Johannesberg – ganz in der Nähe des Gymnasiums – hatten ihre Säle geöffnet und diese gewissermaßen als Auditorium für die Expertenvorträge zur Verfügung gestellt – ein Umstand, der den Begriff „Berufsorientierung“ gut unterstrich, geht es doch auch später im Beruf häufig darum, andere Orte kennenzulernen, flexibel zu reagieren und offen zu sein für Neues. Ebenfalls ein gelungenes Beispiel für Berufliche Orientierung an der Schule war der Einsatz der Technik-AG, die für die Veranstaltungstechnik sorgte und die Vortragenden ins rechte Licht rückte. „Aus einem solchen Interesse, das hier ganz praktisch umgesetzt werden kann, kann mit Sicherheit einmal ein Berufswunsch erwachsen“, so Studiendirektor Karsten Krämer, an der AvH verantwortlich für die Berufliche Orientierung.

Gerrit Lepper und Marco Sankewitz, Berater für akademische Berufe an den Lauterbacher und Alsfelder Gymnasien, hatten für die Veranstaltung viele hochkarätige Referenten gewinnen können, die zum einen aus ihrer Berufspraxis erzählten, zum anderen aber auch Informationen rund um Studium, Ausbildung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten gaben. So ging es nach den Begrüßungsworten direkt in medias res: Insgesamt zwölf sehr informative Vorträge standen an jedem der beiden Vormittag auf dem Programm. Darunter so interessante Themen wie Journalismus, das Studium der Psychologie, eine Karriere bei der Bundeswehr oder der Bereich Erneuerbare Energie. Auch die Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften waren vertreten, daneben gab es spannende Informationen über Überbrückungen nach dem Abitur durch beispielsweise ein soziales Jahr oder ein Work Camp. Dazu waren auch die Anbieter von Freiwilligendiensten an der AvH zugegen, genauso wie eine Vertreterin der Universität Jena. Oecotrophologie, Gesundheitsmanagement, Informatik – es war ein breites Spektrum, das die Veranstalter von der Arbeitsagentur an nur zwei Tagen mit Hilfe ihrer Experten abdeckten. Dazu kamen Informationen über ein Duales Studium und natürlich alles über sogenannte „MINT“-Berufe, Berufe also aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, in denen mehr und mehr auch weibliche Studentinnen und Arbeitnehmerinnen gesucht werden. In einem eigens eingerichteten MINT-Café sprachen ausgebildete Spezialistinnen über ihren Einstieg in einen klassischen Männerberuf – für Mädchen allein ist das MINT-Café daher aber noch lange nicht gedacht!

Mit Info-Ständen verschiedener Einrichtungen und einer Ausstellung zum Thema freies, sinnvolles Jahr nach dem Abitur verflogen die Vormittage an der AvH sowohl für die „hauseigenen“ Schülerinnen und Schüler wie für die Gäste der Albert-Schweitzer-Schule, der Vogelsbergschule und der Max-Eyth-Schule fast wie von selbst. Und am Ende der Veranstaltung zogen die Schülerinnen und Schüler selbst ein positives Resümée: die meisten von Ihnen haben die ungewöhnliche Vortragsreihe genossen, bestätigten sie, und konnten durchaus einen Erkenntnisgewinn verzeichnen. „Besonders dann, wenn wir Angebote zu Themen fanden, die uns ohnehin schon interessierten.“

Im nächsten Jahr sollen die Lauterbacher Schülerinnen und Schüler wieder als Gäste nach Alsfeld kommen. „So wird der Aufwand gerecht aufgeteilt“, finden Lepper und Sankewitz von der Arbeitsagentur. Angestrebt wird ein jährlicher Wechsel. Ein Gewinn für Schulen und Schüler gleichermaßen.

Stolze und erfreute Gastgeberin: Gitta Holloch, Schulleiterin der Alexander-von-Humboldt-Schule.

Marco Sankewitz, Berater für akademische Berufe an den Lauterbacher Gymnasien, bot einen Überblick über die Studien- und Ausbildungslandschaft.

Mehr als 350 Schülerinnen und Schüler besuchten die Oberstufen-Info-Tage an der Alexander-von-Humboldt-Schule.

Gut besucht: die Informationsveranstaltung über das Studium der Sozialwissenschaften.

Gute Zukunftsaussichten versprach Ralf Müller vom Polizeipräsidium Oberhessen.

Dipl.-Ing. Franz Borgmann referierte über Maschinenbau und Erneuerbare Energien.

Der Info-Bus der Bundeswehr stand zwar im Regen, war aber dennoch gut besucht.

Was man zwischen Abitur und Studium oder Ausbildung alles tun kann und wo, erläuterte Benjamin Schmidt vom Internationalen Bund.

In Lauterbach vertreten: die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Für die Organisation der Oberstufen-Info-Tage zeichneten Marco Sankewitz (links) und Gerrit Lepper von der Bundesagentur für Arbeit verantwortlich.

Riesiges Interesse für einen Wachstumsmarkt: Marcus Wolf war eigens aus Köln angereist, um über „Einstiegswege in die Medienbranche“ zu referieren.

Text und Fotos: Traudi Schlitt

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