Wertschätzung und Verantwortung, Zusammengehörigkeit und Rücksichtnahme – das AvH bündelt seine Werte in der Projektwoche

Projektwoche vor den Ferien mündete in einem bunten Schulfest mit großem Besucherandrang

LAUTERBACH (pm). Mit einem großen Schulfest ging am Donnerstag das Schuljahr an der Alexander-von-Humboldt-Schule zu Ende. Ein Schlusspunkt hinter einem erfolgreichen, ereignisreichen Jahr und das große Finale der Projektwoche, die diesem Fest vorausgegangen war. Eine Woche wie keine andere an der Schule – das bestätigten viele Schülerinnen und Schüler, die sich in verschiedensten Projekten ausprobieren konnten und von der ganz besonderen Stimmung am AvH sehr begeistert waren.

„Diese Woche war alles anders“, bestätigt auch der 14-jährige Alexander, der das Treiben mit seiner Presse-Gruppe verfolgt hat. „Wir haben an unseren Projekten so gearbeitet, wie es gepasst hat, unabhängig von Pausenzeiten. Wir durften Musik dabei hören und es herrschte einfach eine schöne lockere Atmosphäre.“ Viele Schülerinnen und Schüler haben in dieser Woche Ausflüge gemacht oder ihre Projekte an die verschiedensten Lernorte gelegt: so wurde beispielsweise das DGH in Maar zur internationalen Kochwerkstatt, in der Schülerinnen und Schüler mit ausländischen Gästen kochten. Ein Projekt, das viele Aspekte dieser ungewöhnlichen Woche zusammenführte. Deren Grundtenor waren die Werte, die sich das Lauterbacher Gymnasium gegeben hat: Wertschätzung und Verantwortung, Zusammengehörigkeit und Rücksichtnahme, ergänzt um das Thema Nachhaltigkeit. „Jedes Projekt dieser Woche sollte mindestens einen dieser Werte aufgreifen erläutern die Koordinatoren Sigrid Gebel und Oliver Stoy. Letzterer ist federführend an den Inhalten für „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ beteiligt, ein Siegel, auf das die Schule nicht nur stolz ist, sondern das sie auch mit Leben füllt, wie Stoy darlegt. So hat das AvH in diesem Schuljahr erstmals junge Asylbewerber in den AG-Unterricht aufgenommen und bietet spezielle Deutschkurse an. In der Projektwoche waren einige Asylbewerber die ganze Zeit an der Schule und nahmen an den einzelnen Projekten teil. So wie an dem internationalen Kochprojekt, das mit der gemeinsamen Planung und dem gemeinsamen Einkauf seinen Anfang nahm. Dabei stellte sich das Kochen durchaus als gute Basis für einen kulturellen Austausch dar. In der Tat nahm die Flüchtlingsproblematik – wie in der Gesellschaft auch – einen großen Anteil der Themen ein: dazu war die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ aufgebaut und eine Kleidersammlung war organisiert worden. Damit wollen die Schülerinnen und Schüler die Bemühungen der Caritas unterstützen – ein Engagement, das im Rahmen des Sozialpraktikums auch außerhalb dieser Woche trägt.

Eine große Rolle spielte auch der Sport – so gab es ein gemeinsames Fußballturnier mit den Asylbewerbern, und viele, viele aktive Ausflüge, wie z. B. eine Paddeltour, eine Wanderung durch den Vogelsberg oder eine Runde Bubble Soccer in der Turnhalle. Viele Klassen erarbeiteten Referate, Dokus und Umfragen – zum Beispiel zur Bedeutung von Nachhaltigkeit oder zu Themen wie Mobbing oder Artenschutz. Sie begaben sich aus dem schulischen Rahmen mitten hinein in die Stadt und die Natur und brachten jede Menge Leben und Aktivität mit zurück in die Schule. Dort wuselte es die ganze Woche von fröhlichem und engagiertem Treiben. Die Schülerinnen und Schüler bauten einen Blindenparcours auf und ein Glücksrad, drehten Filme und übten sogar ein englischsprachiges Theaterstück ein. Einige entwickelten neue Spiele oder trommelten gemeinsam in einem Workshop mit Fallou Sy – alles Projekte, die sowohl die Punkte Zusammengehörigkeitsgefühl als auch Nachhaltigkeit unterstrichen genauso wie Wertschätzung, Rücksichtnahme und Verantwortung.

Ein ganz besonderes Projekt war die Kooperation mit der benachbarten Buchhandlung „Lesezeichen“. Dort war die ganz Klasse 5c eine ganze Woche lang aktiv, um den Betrieb einer Buchhandlung kennenzulernen. Zur Überraschung und zur Freude der Kunden waren die hochmotivierten „Praktikanten“ im ganzen Verkaufsraum aktiv und scheuten auch nicht den Umgang mit Kassenautomat und EC-Kartengerät. Zuvor hatten sie einen Schreibworkshop bei dem Lauterbacher Autor Henry Euler besucht und in einer Druckerei jede Menge zur Buchherstellung erfahren. Gerlinde Becker, Chefin der Buchhandlung, war sehr angetan von der Freude der jungen Besucher am Umgang mit Büchern. Sie haben im Rahmen der Woche außerdem alle ein eigenes Buch hergestellt, das so wie viele andere Ergebnisse der Woche am Schulfest präsentiert wurde.

Am Donnerstag schließlich waren zahlreiche Info-Stände in der Schule aufgebaut, die Präsentationen von Film-, Foto- und anderen Einzelprojekten fanden statt, es gab vereinzelt Vorträge und natürlich richtig viel zu sehen und zu hören – nicht zuletzt, weil die Theater- und Musikgruppen sich den Gästen am Schulfest zeigten. Selbst das Catering am Fest war Teil des großen Ganzen: die Schülerinnen und Schüler der Q-Phase hatten dieses in Eigenregie organisiert und übernommen, um damit ihre Abi-Kasse zu füllen.

Schulleiterin Gitta Holloch zeigte sich, so wie die gesamte Schulgemeinde und die Gäste des Schulfestes, einmal mehr begeistert von den Ideen, der Kreativität und dem Tatendrang ihrer Schülerinnen und Schüler, die nach diesem großen, bunten Fest nun in die wohlverdienten Ferien starten.

„Asyl ist ein Menschenrecht“ – auf dieses Thema wies unter anderem eine Ausstellung in der Alexander-von-Humboldt-Schule hin.

Nur eines von vielen bunten und gutgelaunten Projekten der Schule: das auf dem Schulhof entstehende Glücksrad.

Sport macht Spaß – besonders im Zusammenspiel!

Auf große Resonanz stieß der Trommelworkshop mit Fallou Sy.

In der Aktionswoche war überall viel los – auch auf dem Schulhof pulsierte das Leben!

Eine ganz besondere Erfahrungen war für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c die Mitarbeit im Buchladen „Lesezeichen“.

Ein englischsprachiges Theaterstück studierte die Klasse 5a ein.

Text und Fotos: Traudi Schlitt

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