Wege in den Beruf gibt es zahlreiche – die Berufsbilder sind schier unerschöpflich, die Möglichkeiten, seine Ziele zu erreichen, vielfältig. Da fällt die Auswahl schwer. Dabei hilft manchmal schon ein gutes Gespräch mit jemandem, der es wissen muss: Praktiker aus den verschiedenen Berufen stellen sich daher unter dem Dach der Rotarier alljährlich im November den Schülerinnen und Schülern ihrer Region, um aus ihrem Alltag zu berichten, ihren persönlichen Weg zu beschreiben und nicht zuletzt, um auch Perspektiven aufzuzeigen. Hans-Peter Steil, der aktuelle Präsident des Rotary Club Lauterbach-Schlitz, wies auf die Möglichkeit hin, im unmittelbaren Kontakt Fragen auf Augenhöhe stellen zu können.

Auch in diesem Jahr nutzten wieder über sechzig Schülerinnen und Schüler das Angebot, das die Alexander-von-Humboldt-Schule gemeinsam mit den Rotariern ermöglicht, darunter auch eine kleine Gruppe der Schule an der Wascherde. Für Oliver Stoy ist der „Rotary-Berufsinformationsabend“ daher ein Erfolgsmodell. „Hier können junge Menschen Praktiker direkt fragen und bekommen ehrliche Antworten“, freut er sich. Ein ähnliches Format bietet ansonsten nur die Alumni-Veranstaltung an dem Lauterbacher Gymnasium, das großen Wert auf Berufliche Orientierung legt.

Zahlreiche Berufsbilder decken die Rotarier – allesamt Professionals, die ihr Unternehmen oder ihren Arbeitsplatz in der Region haben – ab: Von der Verwaltung über IT-Systemmanagement bis hin zur Digitalen Verwaltung. Aus diesem Bereich nahm erstmals die Kreisverwaltung teil. Melanie Ahne, stellvertretende Leiterin des Haupt- und Personalamts, hatte zu dem Abend an der AvH nicht nur drei Mitarbeiterinnen mitgebracht, die allesamt Absolventinnen des Gymnasiums sind, sondern wartete mit Anstellungsangeboten auf, über die sich die Schülerinnen und Schüler direkt informieren konnten. Auch viele andere Unternehmen sprachen die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten auf konkrete Anstellungsmöglichkeiten und Praktikumsplätze an. So bietet die Veranstaltung auch für sie einen Gewinn – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Weitere Bereiche, die von den Rotariern abgedeckt wurden, waren Polizei und Lehramt, Kulturmanagement, Jura, Ingenieurswesen, Finanzberufe, Gastro- und Eventmanagement, Medien, Elektronik, Energie- und Gebäudetechnik sowie die Freiwilligendienste.

Christian Wagner, der von Seiten der Rotarier dieses Format organisiert, wies die interessieren Schülerinnen und Schüler darauf hin, dass seine Organisation auch Kontakte zu vielen anderen Berufsbildern, die man vielleicht nicht gerade vor Ort findet, herstellen kann. Das Netz der Rotarier ist weltweit geknüpft – Telefon- oder Video-Calls kann man nach Absprache schnell und unkompliziert organisieren.

Das Interesse der jungen Menschen war groß, ihre Fragen offen und zahlreich und bei Rückfragen wurde sehr deutlich, dass das Format des Rotary-Berufsinformationsabend den Schülerinnen und Schülern einen echten Mehrwert bietet. Aus diesem Grund sagt Oliver Stoy: „Wir freuen uns jetzt schon, auch im nächsten Jahr wieder Ausrichter und Mitorganisator dieser ganz besonderen BO-Veranstaltung zu sein.“

Text: Traudi Schlitt

Foto: Oliver Stoy