Presseschau: Lorena Pavlovic nimmt am Bundesentscheid des Vorlesewettbewerbs teil

Der Lauterbacher Anzeiger schreibt dazu am 18.06.2015:
„Unter die Besten zu kommen, war schon krass!“

BUNDESENTSCHEID Lorena Pavlovic liest souverän und freut sich mit der Siegerin / Aufregende Tage erlebt, neue Freunde gefunden

LAUTERBACH/BERLIN (ar/cke). Lorena Pavlovic aus Lauterbach hat es leider nicht geschafft. Leonie Reinhardt aus Thüringen entschied den Bundesentscheid des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels für sich. „Ich bin überhaupt nicht traurig“, erklärte Lorena, die als Landessiegerin Hessen beim Wettbewerb in Berlin vertrat, gestern vergnügt im Telefongespräch mit dem LA. „Auf so einer Ebene kann eigentlich kaum noch gesagt werden: Der war schlechter und der war besser. Das sind dann nur Mini-Kleinigkeiten, die einen Unterschied ausmachen. Alle waren so gut, und ich gönne es jedem.“

Bereits am Montag reiste Lorena mit ihrer ganzen Klasse in die Bundeshauptstadt. Dass sie ihre Mitschülerin begleiten durften, fanden die Schülerinnen und Schüler der 6b des Lauterbacher Gymnasiums toll – natürlich, um sie und ihre sie begleitende Mutter Mirela Görnert-Pavlovic und ihre kleine Schwester Anna seelisch und moralisch zu unterstützen. Und natürlich auch, um die Hauptstadt kennenzulernen, die normalerweise erst auf dem Reiseplan der Oberstufenschüler steht.

Direkt am Berliner Hauptbahnhof, unweit des Reichstages und Brandenburger Tores, waren sie einem Jugendgästehaus untergebracht, berichtete Hanna Borchers, die Deutschlehrerin der 6b, die die Klasse zusammen mit dem Klassenlehrer Jörg Becker betreute, gestern per Telefon. Lorena erlebte mit den anderen Bundesfinalisten ein gesondertes Programm, aber auch ihre Klassenkameraden absolvierten während der drei Tage ihres Aufenthaltes ein straffes Besuchsprogramm. Nach der Ankunft am Montag standen ein Besuch am Checkpoint Charly und eine multimediale Ausstellung auf dem Programm. „Die Kinder waren begeistert“, freute sich die Deutschlehrerin. Wie konzentriert und interessiert die Lauterbacher Gymnasiasten gewesen seien, hätten auch die Verantwortlichen des Museums bemerkenswert gefunden. Unterhaltsam waren am Dienstag der Besuch bei Madame Tussauds und die Stadtrundfahrt mit der Buslinie 100, die viele Sehenswürdigkeiten anfährt. Begeistert war die Klasse natürlich auch vom Besuch im Reichstag und der Glaskuppel, zu der der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand sie eingeladen hatte. Dienstagabend, an dem sie auch Lorena trafen, hatte die 6b außerdem ein großes Transparent für den gestrigen Wettbewerb angefertigt. „Lorena, du schaffst das“ hatten sie darauf geschrieben. Am Mittwochmorgen war natürlich die Aufregung und Nervosität bereits groß. Bevor die Klasse und ihre Betreuer gegen 12 Uhr am Funkhaus des rbb am Theodor-Heuss-Platz eintrafen, hatten sie zunächst noch einen Abstecher zum Alexanderplatz gemacht. Und dann wurde es ernst. Im Klassenverband saßen sie beim Lesefinale zusammen und drückten Lorena sämtliche Daumen.

Auch Lorena hatte bis zu diesem Zeitpunkt einiges erlebt: Am Montag gab es eine Schnitzeljagd durch die Stadt, Dienstag folgte schon die Generalprobe für den Auftritt am folgenden Tag.

Lorena las aus „Amaias Lied – Höre den Zauber und du bist mein“, einem Fantasybuch, vor. „Dass mir aus einer Auswahl aus drei Büchern dieses zugelost wurde, hat mich sehr gefreut“, berichtet die zwölfjährige Lauterbacherin. „Heute ging es dann zuerst in den Park nach Charlottenburg. Das war echt toll. Später fuhren wir dann zum rbb, wo wir schon bald in die Maske mussten.“ Zu erleben, wie es in einem Fernsehstudio zugeht, war auch etwas ganz Besonderes: „Das war schon richtig cool. Das alles sieht im Fernsehen ganz anders aus.“

Schon bald ging es dann für die insgesamt 16 Vorleser aus ganz Deutschland auf die Bühne. Lorena war die Siebte in der Reihe. „Sie war so toll und so souverän“, schwärmte gestern Lehrerin Hanna Borchers am Telefon. „Das so hinzubekommen, ist eine ganz tolle Leistung. Ich bin mir auch sicher, dass Lorena ganz vorne unter den ersten Fünf war. So gut war sie.“

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, überreichte die Urkunden an die 16 Finalisten gemeinsam mit Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Lesen ist Sport fürs Gehirn. Es trainiert die Vorstellungskraft, das Gedächtnis und ist unerlässlich für den Erwerb von Wissen. Wer sich schon als Kind mit Büchern beschäftigt, hat gute Chancen, sein Leben lang Leser zu bleiben. Mit unserem Vorlesewettbewerb tragen wir seit 56 Jahren dazu bei, Kinder fit fürs Lesen zu machen“, sagte Riethmüller. Alle Finalisten erhalten das Hörbuch „Der Junge, der mit den Piranhas schwamm“ von David Almond (Hörcompany) sowie das Buch „Wörter auf Papier“ von Vince Vawter (Königskinder Verlag).

„Ich war ganz schön aufgeregt“, gibt Lorena im Nachhinein lachend zu. „Und es war voll süß, dass alle aus meiner Klasse so gejubelt und auch Plakate gemalt hatten.“ Natürlich hätte jeder gerne gewonnen, „doch die Chance zu haben, bei so einem Wettbewerb mitzumachen und das alles erleben zu dürfen, war einfach super. Ich habe so viele nette Leute kennengelernt und unter die 16 besten Vorleser im ganzen Land zu kommen, war schon echt krass!“.

Gestern Abend ging es für alle schon wieder nach Hause. Heute sitzen die Schüler zur dritten Stunde wieder in ihrem Klassenzimmer. Der rbb hat das Bundesfinale aufgezeichnet und strahlt die Sendung „Die besten Vorleser Deutschlands“ am 11. Oktober um 13.30 Uhr im KiKA und am 17. Oktober um 7.05 Uhr im rbb Fernsehen aus.

Auch die Schulleitung der Alexander-von- Humboldt-Schule gratulierte Lorena zu ihrem Erfolg: „Mit dem Sieg beim Landesentscheid für Hessen hatte Lorena alle unsere Erwartungen ohnehin schon übertroffen. Insofern war die Teilnahme am Bundesentscheid mit der Reise nach Berlin ein Gewinn allein – und umso schöner war es, dass Lorena von ihrer Klasse begleitet und unterstützt werden durfte. Wenn Lorena sich jetzt mit den besten anderen 15 Vorlesern aus ganz Deutschland gemessen hat, dann kann man nicht erwarten, dass sie auch dort den ersten Platz belegt. Hier ist sicherlich auch die Tagesform entscheidend, und Glück gehört ebenfalls dazu.“ Dies sei ein einmaliger Erfolg für die Schule, der sich wahrscheinlich so schnell auch nicht wiederholen werde. Ein Lob gehe daher auch an Lorenas Deutschlehrerin. „Wir werden uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um Lorenas Erfolg angemessen zu feiern. Wir bedanken uns bei Lorena dafür, dass sie sich und damit unsere Schule so hervorragend in Berlin präsentiert hat.“

Großartig unterstützt wurde Lorena von ihren Klassenkameraden der 6 b.

Lorena in Aktion beim Wettbewerb

Die Mimik muss bei einer guten Vorleserin auch stimmen.

Die Siegerehrung

Unser Bundestagsabgeordneter Michael Brand ließ es sich nicht nehmen und signierte Lorenas Buchpreis.

Lorena in der Mitte ihrer Klassenkameraden – ein Team!

Dank Lorenas Teilnahme am Bundesentscheid in Berlin kamen auch ihre Klassenkameraden in den Genuss einer Berlinfahrt.

Die 6 b mit ihrem Klassenlehrer Jörg Becker vor dem Berliner Reichstag.

Lorena mit ihrer Schwester Anna und dem KiKa-Moderator Marc Langebeck. (Foto Frau Rodemer)

(Alle Fotos – sofern nicht anders angegeben: Hanna Borchers)

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