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Frühstarter-Programm der THM in den Osterferien – noch Plätze für AvH frei

LAUTERBACH (pm). Noch ist es Zukunftsmusik, aber es könnte durchaus sein, dass Lauterbach schon bald Studienort der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) wird. Sechs Lauterbacher Unternehmer treiben diesen Plan aktuell voran. Davon profitieren würde auch die Alexander-von-Humboldt-Schule. Seit letzten Sommer nämlich besteht ein Kooperationsvertrag zwischen der größten Fachhochschule Hessens und dem Lauterbacher Gymnasium. Das Ziel: Studienangebote in den ländlichen Raum zu holen und damit die Zukunftsfähigkeit der Region zu stärken. Ein Ansatz, von dem junge Menschen und Berufstätige genauso profitieren wie die Unternehmen, und der daher auch vom Kreis mitgetragen wird, wie Landrat Manfred Görig bei der Vertragsunterzeichnung im vergangenen Sommer unterstrich.

Inhalt des Vertrages ist die gemeinsame Gestaltung von Angeboten zu Studienorientierung und Studienmotivation zur Aufnahmen eines dualen Studiums. Dazu können interessierte Schülerinnen und Schüler an dem Frühstarter-Programm von StudiumPlus teilnehmen und eine Woche lang unter realistischen Bedingungen studieren. Im Rahmen ihres duales Studiums, StudiumPlus, bietet die THM sechs Bachelor-Studiengänge und zwei Master-Studiengänge an, Studienorte sind neben dem Campus Wetzlar Bad Hersfeld, Bad Wildungen, Biedenkopf und Frankenberg.

An dem Frühstarter-Programm teilgenommen haben direkt nach Vertragsschluss Alexander Streitenberger und Vasillij Root, Schüler der Q2 des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums. Sie haben dafür im vergangenen Jahr eine Woche ihrer Herbstferien investiert, um an sechs Terminen von 9.50 bis 17.15 den Vorlesungen in Wetzlar zu folgen – gar nicht so einfach, schließlich waren die beiden Jungs mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und das von morgens um sechs bis abends um zehn Uhr. „Dennoch hat es sich für uns gelohnt“, so die einhellige Meinung der 17-Jährigen. Sie haben zum einen einen Einblick in das duale Studium an der THM erhalten: neben Theorie wird dort nämlich auch großen Wert auf praktisches Arbeiten gelegt. Die Studierendengruppen sind relativ klein, der Kontakt zu den Professoren eng. Dazu kam ein Besuch in einem Unternehmen – bei StudiumPlus der THM ist es die Mischung aus Arbeit in den Partnerunternehmen und dem Studium an der Hochschule, die nicht nur zum Erfolg führt, sondern den Studierenden nach dem Studium eine erste feste Stelle verspricht. Nicht zu vergessen, die Vergütung für die Studierenden, die bei einem klassischen Studium entfällt.

„Unser StudiumPlus bietet den Studierenden damit jede Menge Vorteile“, bestätigt Stefanie Kruppa von der THM. Sie war vergangene Woche ins AvH gekommen, um gemeinsam mit Fachbereichsleiter Karsten Krämer für die nächste Frühstarter-Woche in den Osterferien zu werben. „Für uns ist es wichtig, den Prozess des Studierens transparent zu machen“, so Kruppa, „damit die jungen Menschen vorab wissen können, was auf sie zukommt. Dazu brauchen wir Kooperationspartner in den Schulen. Die Alexander-von-Humboldt-Schule leistet auf diesem Gebiet hervorragende Arbeit.“

Das Frühstarter-Programm ist an dem Lauterbacher Gymnasium eingebettet in ein großes Angebot zur Berufs- und Studienorientierung. Die Auszeichnung mit dem „OloV-Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“, belegt die vorbildlichen Leistungen der Schule auf diesem Gebiet. „Durch die Kooperation mit der THM wollen wir es jungen Menschen ermöglichen, ihre Ausbildung in der Region zu absolvieren und auch danach noch hier zu bleiben“, erklärt Schulleiterin Gitta Holloch ihre Intension. „Und natürlich ist es für die Schülerinnen und Schüler wichtig, bereits vor dem Abitur und ihrer Entscheidung, wie es weitergehen soll, so viele Einblicke wie möglich zu bekommen“, ergänzt Karsten Krämer. „Einige Tage im ‚Hochschulmodus‘ zu studieren und zu arbeiten, liefert noch einmal ganz andere Informationen als beispielsweise unsere Hochschulinformationstage. Noch dazu können die Abiturienten in der Frühstarterwoche tatsächlich ihren ersten Hochschulschein einsammeln.“ Diese Credit Points werden bei einer tatsächlichen späteren Studienaufnahme bei StudiumPlus angerechnet und auch andere Hochschulen erkennen diese von Fall zu Fall an. „Dafür muss man jedoch auch ernsthaft an allen Vorlesungen des Frühstarter-Programms teilnehmen und am Ende einen Leistungsnachweis erbringen, z.B. eine Klausur schreiben“, erläutert Kruppa. Geschenkt gibt es also nichts, auch nicht für Frühstarter! Die jedoch haben mit ihrer erfolgreichen Teilnahme ein Zertifikat erworben, das ihre Studieninhalte belegt und bei zukünftigen Bewerbungen und Bewerbungsgespräche ausschlaggebend sein kann.

Das AvH hält die Kooperation mit der THM, speziell das Frühstarterpaket, für sehr vielversprechend. Aus diesem Grund unterstützt es die Teilnahme ihrer Schülerinnen und Schüler mit der Übernahme der Fahrtkosten. „Als selbstständige Schule können wir den jungen Leuten dieses Angebot machen“, betont Krämer. „Die Schülerinnen und Schüler müssen zwar eine Ferienwoche investieren – aber sie bekommen wirklich viel dafür“, versichert Schulleiterin Holloch den angehenden Abiturienten und deren Eltern.

Noch sind einige Plätze in den Osterferien frei – interessierte Oberstufenschüler sollten dennoch nicht mehr allzu lange zögern und sich entweder auf den Websites des AvH (www.avh-lauterbach.de) oder der THM (www.studiumplus.de) informieren oder gleich ihre Mitschüler befragen, die bereits Erfahrung als Frühstarter gesammelt haben. Direkte Auskünfte erteilt auch Stefanie Kruppa unter kruppa@studiumplus.de oder telefonisch unter 06441 2041-266.

Sie haben zwar noch kein Abitur, dafür aber bereits die ersten Credit Points gesammelt: Alexander Streitenberger (Mitte, sitzend) und Vasillij Root (links, sitzend) mit Karsten Krämer (AvH) und Stefanie Kruppa (THM).

Text und Foto: Traudi Schlitt (Frische Texte & Co.)

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