Checkliste zum Traumjob

Teil drei des „Mutmacher-Seminars“ an der Alexander-von-Humboldt-Schule

LAUTERBACH (pm). Gestartet war es im vergangenen Jahr, das „Mutmacher-Seminar“ an der Alexander-von-Humboldt-Schule, mit dem Schülerinnen und Schüler auf neue Art ihre Stärken und Schwächen ausloten können, um die richtige Berufswahl zu treffen. Nach der Kickoff-Veranstaltung und einem Seminar im letzten Herbst stand nun der erste von drei Online-Workshops der E-Phasen-Schülerinnen und Schüler mit den Mutmach-Coaches des als Bildungsträger zertifizierten Start-Ups für moderne Berufsorientierung in Deutschland „Mein mutiger Weg“ auf dem Programm. Denn Mut, da waren sich von Anfang an alle einig, gehört dazu, wenn man seine Wünsche für die Zukunft erkennen und formulieren möchte, wenn man seine Berufswünsche angehen und realisieren möchte. Und wenn man vielleicht am Ende eine ganz andere Erkenntnis hat als erwartet.

Oliver Stoy, Schulleitungsmitglied am Lauterbacher Gymnasium und dort für die Berufliche Orientierung verantwortlich, begrüßte zu diesem Online-Workshop vor wenigen Tagen Laura Grosshennig und Gessica Iantorno im virtuellen Raum – an der AvH warteten in vier Klassenzimmern 105 Schülerinnen und Schüler auf deren Input. Thema des ersten Workshops war nicht weniger als die Klärung der Frage: „Wer bin ich?“ und die Suche nach der eigenen Persönlichkeit. Persönlichkeit, so wussten die Referentinnen, ist bei der Wahl des Berufs der entscheidende Faktor. Belegt werde dies durch verschiedene Studien: Eine gute Passung zwischen Persönlichkeit und Beruf mache zufrieden und erfolgreich. Per Online-Tool konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Assoziationen zum Thema Persönlichkeit beitragen: Charakter, Talente, Einzigartigkeit, Interessen, Individualität – viele verschiedene Ideen hatten die jungen Menschen, für die die Referentinnen als erste Erkenntnis bereithielten, wie wichtig es ist, im richtigen Element zu sein. Die daraus abgeleitete Frage war: „In welchem Umfeld kommt meine Persönlichkeit am besten zur Geltung?“ Sodann hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, über ihr Element nachzudenken: Lieben sie es, vor Publikum zu sprechen oder Verantwortung zu übernehmen oder ziehen es vor, etwas Praktisches zu tun und in der Natur zu sein? Oder forschen sie eher und lieben es zu organisieren?

Nach dieser kleinen Orientierungsrunde lernten die Schülerinnen und Schüler das DISC-Verfahren kennen, das auf Forschungsergebnissen des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung basiert und in vielen Bewerbungsverfahren genutzt wird, um Persönlichkeitstypen zu sortieren: Die Harmoniebegabten, die zuhören können, empathisch sind und nicht gerne streiten, die stetigen Typen. Ein anderer Typ ist der Powermensch: freiheitsliebend, ehrgeizig, schnell und dominant. Der dritte Typ ist Crash: chaotisch, abenteuerlustig, offen, enthusiastisch, initiativ. Als vierter Charakter wurde der zuverlässige Typ identifiziert, der Mensch für Zahlen, Daten, Fakten; vorsichtig, präzise, klar und analytisch.

Nun hatten die Schülerinnen und Schüler zehn Minuten Zeit, ihren eigenen DISC-Test zu machen. Die Unterlagen dazu erhielten sie per Mail – ein ziemliches Geschenk, wenn man bedenkt, dass die Teilnahme an einem solchen Test außerhalb des Seminars 250 Euro kostet. 24 Adjektivkombinationen, die am besten auf einen selbst zutreffen, sollten die Schülerinnen und Schüler auswählen – die Ergebnisse zur professionellen Einschätzung ihrer Persönlichkeit folgten dann per Mail und konnten direkt mit der eigenen Einschätzung der Persönlichkeit abgeglichen werden. Für den einen oder die andere gab es da durchaus Überraschungen.

Doch bei diesen groben Einteilungen blieb es nicht, immer tiefer ging es in die Bestimmung von Persönlichkeitsmerkmalen hin zu Rollen, die man mit diesen Eigenschaften ausfüllen kann: Erfinder und kritischer Denker, Überzeuger und Praktiker, Vorreiter und Helfer waren nur einige der möglichen Rollen, die man einnehmen kann. Überlegungen zu den eigenen Stärken schlossen sich an, dazu die Frage nach einem energiegebenden Arbeitsumfeld und natürlich auch die Frage danach, was man gar nicht haben möchte. Vorgaben dafür gab es in den Unterlagen zum DISC-Verfahren. Hier konnte die jungen Leute auch mögliche Berufsfelder nach ihren Eingaben abrufen.

Mit all dem hätten die Schülerinnen und Schüler nun ihre Traumjob-Kriterien in der Hand, die sie bei ihrer Berufswahl berücksichtigen können, versprachen die Referentinnen, die noch einmal Ratschläge zur Relevanz der Stärken und Schwächen sowie der Präferenzen und NoGo’s gaben. Die Liste mit den ganz persönlichen Kriterien sollten die jungen Leute mit in das anstehende Praktikum nehmen und somit schon Aufschluss darüber erhalten, ob die Wahl des Praktikumsplatzes bereits zur Persönlichkeit passte oder eher nicht.

Weiterarbeiten können die Schülerinnen und Schüler nun mit ihrem Traumjob-Workbook, das ihnen die Mutmacher zur Verfügung stellen. Hier können sie ihre Eigenanalyse noch vertiefen und weitere Schlüsse für ihre Berufswahl ziehen.

Mit den beiden Workshops, die in den nächsten Monaten stattfinden werden, warten die Themen „Was will ich? Meine Traumjobsuche“ und „Wie erreiche ich das? Mein Selbstvertrauen“ auf die jungen Leute. Es bleibt spannend und Mut bleibt weiterhin nötig.

Text: Traudi Schlitt; Screenshot: Schule

Zwei Referentinnen (unten links: Gessica Iantorno, unten Mitte: Laura Grosshennig), ein Lehrer (oben rechts: Oliver Stoy) und vier Klassen nahmen an dem Workshop der Mutmacher teil.

Ein großer Chor, eine engagierte Schule, eine beeindruckende Aktion: #NoWar an der AvH.

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