Kunst mit Graphit und Gitarre

Macht Musik Kunst? Kann ich Klangfarben malen? Bin ich in meinem Ausdruck begrenzt, wenn mir nur Schwarz zur Verfügung steht? Diese und andere Fragen konnten Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses Q3 von Wolfgang Scharrer ganz individuell für sich ausloten, als sie Daniel Schröter (Foto Hintergrund rechts), professioneller Musiker und Gitarren-Lehrer an der musikkulturschule, mitsamt Gitarre, Verstärker und Effektgeräten in der eigens für dieses Experiment verdunkelten Aula entdeckten. Jeder Arbeitsplatz war mit Pultleuchte, Zeichenpapier auf Pappe und einem Graphit-Stift vorbereitet. Daniel Schröter begann mit seiner improvisierten Musik und begab sich auf einen Weg aus rhythmischen Klängen und sphärischer Musik (Für technisch Interessierte: Daniel Schröter arbeitete mit einem Loop, d. h. schuf selbst mehrere Rhythmen und Melodien übereinander und klang auf diese Weise nicht nur wie „eine Gitarre“). Ohne detaillierte Vorgaben für ihre Aufgabe nahmen die Schülerinnen und Schüler nach einem Moment des Zuhörens die freie Zeichenfläche in Angriff. Jeder malte, was er oder sie hörte und empfand. Nach 45 Minuten waren zahlreiche fertige Werke entstanden. In der Nachbesprechung wurde offenbar, dass Musiker und Malende ähnliche Gedanken und Empfindungen mit dem jeweiligen Tun verbanden. Das zeigte sich auch in den fertigen Bildern der Schülerinnen, die viele ähnliche Elemente enthielten wie Wasser, Wege oder Wellen. Es war für alle erstaunlich, dass sich die Sprache der Musik auch in der Bildsprache wiederfand. Die verdunkelte Aula, der individuelle Arbeitsplatz, das punktuelle Licht – all das half dabei, sich auf sich und seine eigene Bilderwelt vor dem Hintergrund der Musik zu konzentrieren. „Das hat sich gar nicht wie Unterricht angefühlt.“ war eine zusammenfassende positive Rückmeldung der Schüler. Das Experiment, das auf eine Idee der schwedischen Jazz-Posaunistin Karin Hammar zurückgeht und von der musikkulturschule mit Wolfgang Scharrer umgearbeitet wurde, soll wiederholt werden.

Kunstunterricht – in einer ungewohnten Atmosphäre!

Text und Foto: Annette Deibel

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