Hommage an einen Universalgelehrten

Alexander-von-Humboldt-Schule ehrt Namenspatron zum 250. Geburtstag mit einer Veranstaltungsreihe

LAUTERBACH (pm). „Naturaliste, voyageur, géographe, homme politique“ – all das war Alexander von Humboldt, und der Grund, warum diese Aufzählung in französischer Sprache erfolgt, ist eine Veranstaltungsreihe, die die Alexander-von-Humboldt-Schule zum 250. Geburtstag ihres Namensgebers geplant hat: Jeden Monat werden eine oder mehrere Fachschaften verschiedene Veranstaltungen zu Ehren des Naturwissenschaftlers, Reisenden, Geographen und Politikers anbieten, der ein Superstar seiner Zeit war und mit seinen Reisen, Forschungen und Veröffentlichungen Relevanz bis in die Gegenwart hat. Geboren wurde Alexander von Humboldt im Jahr 1769 in Berlin.

Den Auftakt zu dieser Reihe machte in der vergangenen Woche ein Französischkurs der Jahrgangsstufe 9 unter der Leitung von Jana Keidel. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich ausgiebig mit der Biographie Humboldts beschäftigt – und das in französischer Sprache. „Wir haben damit nicht nur viele interessante Informationen über Alexander von Humboldt zusammengetragen, sondern konnten auch den Wortschatz erheblich erweitern“, erläutert die Fachlehrerin, „noch dazu um ein Vokabular, das sonst nicht so häufig vorkommt.“ Dass Französisch dabei nicht von ungefähr kommt, erklärt Keidel gleich mit: „Französisch war die Wissenschaftssprache dieser Zeit und Alexander von Humboldt beherrschte sie ebenso wie Spanisch, Niederländisch, Polnisch und Latein. Außerdem lebte er mehr als zwanzig Jahre in Paris.“ Auf sehr lebendige Art und Weise berichteten die Schülerinnen und Schüler von Humboldts vielfältigen Unternehmungen – beispielsweise der legendären Besteigung des Vulkans Chimborazo und den Erforschungen der Tier- und Pflanzenwelt fast aller Kontinente. In einem regen Austausch konnten die Schülerinnen und Schüler viele Fragen ihrer Lehrerin beantworten; darüber hinaus hatten sie eine fiktive Begegnung zwischen Alexander von Humboldt und einer jungen Naturforscherin namens Françoise erdacht, die sie nun szenisch darboten. Darin gibt Humboldt der jungen Frau wertvolle Reisetipps – eine weitere interessante Annäherung an die Biographie des Universalgelehrten. Viele seiner Forschungsergebnisse hallen bis heute nach, doch es sind nicht nur die Wissenschaften, die für die Schülerinnen und Schüler heute eine große Rolle spielen. „Vielmehr bietet der Werdegang des Forschers auch einen Blick darauf, dass es sich lohnt, an seine Träume zu glauben und diese zu verfolgen – auch gegen Widerstände und Misserfolge“, ergänzt die Französisch-Lehrerin und fügt hinzu: „Vivre ses rêves, c’est important dans la vie!“

Gitta Holloch und Joachim Gerking zeigten sich gemeinsam mit Thomas Decher sehr angetan von der Präsentation der Neuntklässler, die sich ganz offensichtlich selbst über diese genaue Auseinandersetzung mit dem Namensgeber ihrer Schule gefreut haben. Genau das erhofft sich die Schulleitung auch von den Folgeveranstaltungen, die Thomas Decher koordiniert. Alle Fachschaften haben Ideen entwickelt, wie sie sich in ihren Bereichen mit dem Leben und Schaffen Alexander von Humboldts beschäftigen können – die Inhalte von Humboldts Tun liefern dazu auf jeden Fall viele Aspekte. So wird beispielsweise der Lateinkurs sich mit Humboldts Einstellung zur Sklaverei befassen, es wird im PoWi-Unterricht um Klimawandel und den ökologischen Fußabdruck vor dem Hintergrund von Humboldts Studien gehen, und der Fachbereich Biologie bietet Experimente und eine Ausstellung zum Thema Insekten- oder Artensterben an. Selbst die Sport-Fachschaft plant einen „Humboldt-Cup“. Man darf also durchaus gespannt sein, wie sich die einzelnen Fachbereiche mit Humboldt befassen, denn es sind auch einige monatsübergreifende Aktivitäten geplant: Eine Unterrichtseinheit im Fach Deutsch wird sich dem Roman „Die Vermessung der Welt“ widmen, der Englischunterricht fragt „How did Humboldt make a difference?“, das Fach Geschichte präsentiert Humboldt als „Weltenforscher“.

Höhepunkte der Veranstaltungsreihe sind Einblicke in die Forschungsergebnisse zweier ehemaliger Schüler, die gewissermaßen auf Humboldts Spuren unterwegs sind. Prof. Kai Zuber und Dr. Kai Noeske werden aus Neutrinophysik und Astrophysik berichten.

„Wir freuen uns sehr, dass wir aus unserer Schulgemeinde so viele gute Ideen und Aktionen generieren konnten, die uns durch das ganze Humboldt-Jahr tragen“, so Gitta Holloch, „auf unserer Website kann man sich jetzt schon darüber informieren.“

Text und Fotos: Traudi Schlitt

Mit Leben und Wirken Alexander von Humboldts setzten sich die Schülerinnen und Schüler des Französischkurses aus der Jahrgangsstufe 9 auseinander.

Fiktive Begegnung: Alexander von Humboldt gibt der jungen Forscherin Françoise Reisetipps – und das alles auf Französisch!

Als Alexander-von-Humboldt-Experten grüßt der Französischkurs aus der Jahrgangsstufe 9 unter der Leitung von Jana Keidel (links).

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