Geschichtsunterricht mit Prof. Dr. Karl-August Helfenbein

Prof. Dr. Karl-August Helfenbein besuchte jetzt einen Grundkurs der Alexander-von-Humboldt-Schule im Fach Geschichte und eröffnete den Schülerinnen und Schülern interessante Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus in Lauterbach. Mit Hingabe, Behutsamkeit und Rücksichtnahme, aber auch in voller Offenheit malte er mit seinen Worten Bilder jener Zeit.

Geschichtsunterricht lebt nicht von Zahlen und Fakten, sondern vom Verständnis für die Vergangenheit. Eine Epoche der Geschichte ist in den Medien präsenter als jede andere und dennoch ist es jene, die für die nachfolgenden Generationen so schwer zu verstehen ist – die Zeit des Nationalsozialismus. Viele Quellen und Texte wurden über die Zeit zwischen 1933 und 1945 in dem Oberstufenkurs gelesen und Fallbeispiele exemplarisch behandelt, um ein Verständnis für die Zeit zu entwickeln und die Umstände zu begreifen. Leider blieb ein Kapitel verborgen, an welches jedoch immer wieder Fragen gestellt wurden, die unbeantwortet blieben: Lauterbach während der Zeit des Nationalsozialismus.

Prof. Dr. Karl-August Helfenbein, Leiter der Hohhaus-Bibliothek, ermöglichte schließlich einen Blick in dieses Kapitel der Geschichte Lauterbachs. Die Oberstufenschüler des Grundkurses Geschichte erhielten nun endlich Antworten auf ihre Fragen: Welches Gesicht hatte der Nationalsozialismus in Lauterbach? Wie reagierten und handelten die Menschen? Wie verhielt sich die lokale jüdische Gemeinde? Gab es Widerstand gegen das Regime?

Es waren aber auch ganz persönliche Fragen an Prof. Dr. Helfenbein, die in den eineinhalb Stunden seines Besuches an ihn gerichtet wurden: Welches Ereignis war das prägendste für Sie? Haben Sie selbst jüdische Freunde oder Bekannte verloren?

Prof. Dr. Helfenbein stand Rede und Antwort und berichtete auf Grundlage seines Quellenwissens aus dem Lauterbacher Stadtarchiv, aber auch als Zeitzeuge. Er sorgte in manchen Momenten für ernste Gesichter, voller Nachdenklichkeit und Betroffenheit, aber er zauberte den Schülerinnen und Schülern des Grundkurses an manchen Stellen auch ein Lächeln ins Gesicht. Er eröffnete Einblicke, die die Schüler bewegten – berichtete er doch von Geschehnissen, die sich in ihrer Heimat zugetragen hatten. Es ging in keinem Moment des Gespräches darum, zu verurteilen, sondern darum, etwas mehr zu verstehen.

In der darauffolgenden Geschichtsstunde zeigte sich, wie sehr der Besuch von Prof. Dr. Helfenbein nachwirkte, wie präsent das Erzählte war. Es waren die Kleinigkeiten, das zunächst scheinbar Unbedeutende, was die Schülerinnen und Schüler so bewegte. Und es zeigte sich hier noch einmal, dasses wichtig war, dass Prof. Dr. Helfenbein dieses Kapitel der Lauterbacher Geschichte geöffnet hat.

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