Gedenkstätte und Museum Trutzhain

Wir, die Klasse 8d, waren am 03.07.2013 zusammen mit einem Ethik-Kurs der Stufe neun im ehemaligen Kriegsgefangenenlager in Trutzhain, um einen näheren Einblick in das Leben und Arbeiten in einem Gefangenenlager zu bekommen.

Am 26. September 1939 wurde das Gefangenenlager STALAG  IX A gegründet. Im September 1943 waren zeitweilig 11000 Leute untergebracht und  mehr als 5000 Kriegsgefangene in Arbeitskommandos. In dem Lager gab es viele Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten, wie zum Beispiel: Polen, Belgier, Briten, Jugoslawen und Franzosen. Ab 1941 waren auch sowjetische Kriegsgefangene dort und ab 1943 auch italienische Soldaten. Die größte Gruppe bildeten die Franzosen, die auch die beste Versorgung bekamen, da Hitler mit dem französischen Präsidenten nach dem Krieg Europa wieder aufbauen wollte und somit die ganze Macht besitzen wollte.

Zum STALAG IX A Ziegenhain gehörten zwei getrennt voneinander liegende Friedhöfe. Der heutige Gemeindefriedhof war der Bestattungsort für die Verstorbenen westalliierten und polnischen Kriegsgefangenen. Die sowjetischen und serbischen Kriegsgefangenen hingegen wurden auf dem weit abgelegenen Waldfriedhof anonym und unter anderem in Massengräbern verscharrt. Auch die italienischen Gefangenen lagen dort bis 1958 begraben. Nach der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers am 30.März 1945 diente das STALAG IX A der US- Army zunächst als Civil Interment Camp 95 (CIC 95) zur Unterbringung von Mitgliedern der Waffen-SS, der NSDAP, SA – und SS, Wehrmachtssoldaten und Frauen. Das Lager bestand bis zum Sommer 1946.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs kam es zur größten Bevölkerungsumsiedlung bzw. Zwangswanderung des 20. Jahrhunderts. Etwa 12 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Sudetenland wurden bis 1950 von den vier deutschen Besatzungszonen aufgenommen. Als mögliches Quartier für die Flüchtlinge undVertriebene bot sich das geräumte Lager in Ziegenhain an. Im Januar 1948 pachtete der Kreis Ziegenhain das Gelände des ehemaligen STALAG IX A für fünf Jahre. Im Frühjahr 1948 erfolgten die ersten Einweisungen und in kurzer Zeit entwickelte sich durch eine gezielte Ansiedlungspolitik die „Flüchtlingssiedlung“ in einem wachsenden Handwerks,- Gewerbe- und Industriestandort. Als Folge daraus kam es am 1. April 1951 zur Gründung der selbstständigen Gemeinde Trutzhain.

Mein persönliches Fazit:

Der Besuch in dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager hat mir einen weiteren Einblick in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs gegeben. Zu sehen, wie die Gefangenen unter teilweise unmenschlichen Zuständen gelebt haben, ist schrecklich, doch so war die damals die Realität als Gefangener und dessen muss man sich bewusst werden. Viele Menschen sind in diesem Krieg umgekommen und das teilweise aus reiner Willkür. Ich finde, dass wir heutzutage keine Kriege mehr brauchen – egal wo auf der Welt -, denn man kann Macht auch anders symbolisieren und Probleme friedlich lösen etc. Deutschland hat sich durch den Krieg verändert aber auch dazu gelernt und somit sind die Auswirkungen bis heute noch zu spüren. Meiner Meinung nach, macht es Sinn, dass Gedenkstätten gepflegt und von Jugendlichen besucht werden, damit niemand vergisst, wozu Menschen fähig waren und auch heute noch sein können.

Pauline Michelis 9b

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