Den Wert von Lebensmitteln erkennen und schätzen

Klimabewusste Ernährung – Projekttage für fünfte Klassen an der Alexander-von-Humboldt-Schule

LAUTERBACH (pm). Was ist gesünder – Saft, Nektar oder Limo? Was gehört in ein gutes Frühstück? Wie bewahre ich Lebensmittel auf, damit sie möglichst lange halten? Welche Lebensmittel gibt es saisonal und regional? Welche Brotsorten kann ich unterscheiden und wo ist eigentlich überall Zucker drin? Fragen über Fragen, wenn man sich gesund und klimabewusst ernähren will. Und weil die Antworten darauf gar nicht so einfach sind, bietet die Alexander-von-Humboldt-Schule ihren Schülerinnen und Schülern der fünften Klassen einen ganz besonderen Projekttag an: „Klimabewusste Ernährung“ heißt er, konzipiert wurde er vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Landfrauenverband Hessen und durchgeführt wurde er in diesen Tagen von der Ökotrophologin Sophia Schneider, die als Multiplikatorin vor Ort war.

Mitgebracht hatte die Expertin natürlich die Ernährungspyramide, viele Infoblätter und Fragebögen sowie Brote und Säfte für Qualitäts- und Geschmackschecks. Nachdem die Schülerinnen und Schüler sich eingehend mit dem Modell der Ernährungspyramide befasst hatten und die Bedeutung von Obst, Gemüse und ungesüßten Getränken für eine gesunde Ernährung verstanden hatten, ging es an vier Stationen, die die Referentin aufgebaut hatte: Im Saftcheck ging es darum, vier verschiedene Orangensaftgetränke zu bewerten: Welches schmeckt fruchtiger, ist süß oder eher bitter? Wie ist die Farbe, wie die Konsistenz? Und welches ist nun eigentlich der Fruchtsaft, der Nektar oder das Konzentrat? Nicht weniger Ansprüche an die Wahrnehmung und die Geschmacksknospen stellte der Brottest: Wie sieht es aus, wie fühlt es sich im Mund an und wie schmeckt es eigentlich: süßlich, nussig, sauer, würzig oder fade? An weiteren Stationen widmeten sich die Schülerinnen und Schüler den Themen Milch sowie Obst und Gemüse. Sie lernten die Unterschiede von Milchsorten kennen und fragten sich, wie man es am besten schaffen könne, täglich die geforderten fünf Portionen Obst und Gemüse zu sich zu nehmen., und welche Milch der verschiedenen Fettstufen wohl am besten ist. Sie lernten gesunde Durstlöscher kennen und erfuhren zu ihrer Überraschung, dass Milch gar nicht zu den Getränken zählt. Sie lernten, wie sich ein ausgewogenes Frühstück auf die Konzentration auswirkt und waren mit viel Eifer bei der Sache. Schließlich fragten sie sich gemeinsam mit ihrer Mentorin auch, ob ihre Ernährung den Anforderungen an eine gute und klimabewusste Ernährung entspricht. Denn gerade zu Letzterem gehört auch das Wissen um die Herkunft der Lebensmittel. Die Kinder lernten, welche Obst- und Gemüsesorten zu welchen Jahreszeiten in der Region wachsen. Sie erfuhren, wie viele Kilometer Obst und Gemüse aus Übersee zurücklegen, und wie sehr diese Transporte die Umwelt belasten. Auch soziale Faktoren wie faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern wurden in diesem Zusammenhang besprochen. Auf diese Weise soll klimabewusstes und faires Einkaufen gefördert werden. Dass die Kinder dann schon mal zuhause nachfragen, was Erdbeeren im Januar im Einkaufskorb machen, gehört dazu. Des Weiteren ging es um Lebensmittelwertschätzung. Dazu gehörten auch die richtige Lagerung und der bewusste Umgang mit den verschiedenen Daten zu Verbrauch und Haltbarkeit. „Wir wollen darauf hinwirken, dass möglichst wenige Lebensmittel in den Haushalten verderben und weggeworfen werden. „Einige räumen zuhause dann auch mal den Kühlschrank um, weil sie nun wissen, wo der beste Platz für welche Lebensmittel ist“, berichtet Sophia Schneider aus Erfahrung.

Für das Projekt verantwortlich zeichnet an der Alexander-von-Humboldt-Schule Studiendirektorin Kirsten Muche. „Den Kindern einen guten Bezug zum Wert von Lebensmitteln, ihrer Herkunft und einen bewussten Umgang damit zu vermitteln, erachten wir als sehr wichtig. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten dieses Projekt umsetzen konnten.“

Text und Fotos: Traudi Schlitt

Ökotrophologin Sophia Schneider erläutert den Schülerinnen und Schülern den Saftcheck.

O-Saft-Tasting: Fruchtig, süß, bitter – was schmeckt besser und was ist wohl gesünder?

Brot-Check: Schmecken, riechen, fühlen: Die Schüler der 5b waren bei der Sache.

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