Neun Schülerinnen und Schüler nehmen derzeit an der Space Science-AG der Alexander-von-Humboldt-Schule teil. Dieses außergewöhnliche Angebot ist Teil der Begabtenförderung des Lauterbacher Gymnasiums und verschafft den interessierten Jungen und Mädchen aus verschiedenen Jahrgangsstufen Einblicke in viele Themen, die mit der Space Science, also der Wissenschaft rund um den Weltraum, zu tun haben. Der Unterricht findet in regelmäßigen Blockveranstaltungen freitags nachmittags statt. In diesem Schuljahr steht als ein weiterer Schwerpunkt das Exo-Lab auf dem Lehrplan, bei dem die Schülerinnen und Schüler Experimente nachvollziehen, die zeitgleich auf der Raumstation ISS stattgefunden haben. Außerdem soll im Frühjahr ein Wetterballon in die Stratosphäre geschickt werden. Die AvH arbeitet hier mit anderen Schulen zusammen, um den Planeten Erde aus bis zu 35 Kilometer Höhe zu betrachten und dabei unterschiedliche Parameter der Atmosphäre zu erforschen.

Ein Höhepunkt in diesem Schuljahr war sicherlich der Besuch im DLR_School_Lab, dem Schülerlabor des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) in Darmstadt. Dieses ermöglicht Schülerinnen und Schülern verschiedenste Experimente unter der Anleitung von wissenschaftlichem Personal durchzuführen. Einen ganz Tag nahmen die 14- bis 17-Jährigen Ende Februar auf sich, um mit dem Zug nach Darmstadt zu reisen und vor Ort zu forschen.

Dort hörten sie zunächst einen Vortrag über das DLR und erhielten Einblick in aktuelle Forschungen. Spannend wurde es, als es danach selbst ans Experimentieren ging. Ein Thema der Versuche war die Schwerelosigkeit: Die Schülerinnen und Schüler lernten eine Art Trampolinstoff kennen, der dafür sorgt, dass Astronauten – in diesem Fall ein Legoastronaut-, die von der Schwerkraft der Erde nach unten gezogen werden, schweben. Mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen beamten sich die jungen Forscherinnen und Forscher auf die Internationale Raumstation ISS. Dort hatten auch sie den Eindruck zu schweben und konnten die ISS darüber hinaus auch von außen anschauen. Im Kontrollraum wurde das Anfertigen von Bildern mittels Satelliten nachgestellt. Hier war es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich sehr gut unterstützten und nicht zuletzt fehlerfrei das NATO-Alphabet anwendeten. Einen weiteren Versuch führten die AG-Mitglieder zum Thema Licht durch. Im Bereich der Spektroskopie betrachteten sie die Spektren verschiedener Elemente und erfuhren, dass das Spektrum, also das sichtbare Licht, das aus verschiedenen Wellenlängen mit unterschiedlicher Farbe besteht, jedes einzelnen Elementes so individuell ist wie ein Fingerabdruck. Besonders große Freude machte den Schülerinnen und Schülern der Bau von Landschaften aus Sand. Mit Hilfe von Projektionen von Höhen- und Wasserlinien konnten sie dann erkennen, wie Dürre oder Regen sich auswirken und wo optimale Standorte für Städte wären. Aus diesen Versuchen konnten die Gäste aus Lauterbach schließlich ableiten, wofür Satellitendaten sinnvoll genutzt werden könnten.

All diese Themen wurden im AG-Unterricht schon vorbereitet und auch im Anschluss weiterbesprochen, sagt AG-Leiterin Rieke Althage. Sie freut sich sehr, dass die Experimente in Darmstadt die Inhalte der AG vertiefen konnten: „Die Schule ermöglicht uns viel, aber so wie im DLR sind wir hier natürlich nicht ausgestattet“, sagt sie und ist sich mit den Schülerinnen und Schülern einig, dass dieser Tag im DLR eine ganz besondere Erfahrung war. „Da wir im Vergleich zu anderen Schulklassen eine sehr kleine Gruppe waren, hatten die Teams vor Ort viel Zeit für uns und wir hatten dadurch viele Gelegenheiten, alle Angebote auszuprobieren“, sagte ein Teilnehmer. Gefragt, was den neun jungen Forschenden am besten gefallen hat, wird eine Antwort schwierig: Die Satellitenbilder vom Frankfurter Flughafen, die Ausstattung des Kontrollzentrums, das Experiment mit der Schwerelosigkeit – und alles andere natürlich auch. Die Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen der AG mit einer Mischung aus Physik, Biologie und Chemie auseinandersetzen, freuen sich sehr, dass die Schule ihnen dieses Angebot ermöglicht. Sie wollen auf jeden Fall weiterforschen –im Labor der Schule und natürlich auch virtuell.

Text: Traudi Schlitt

Bilder: Rieke Althage