Den Auftakt bildete zunächst eine Einführungsveranstaltung zur Berufsorientierung, bei der die Schülerinnen und Schüler zur Selbstreflexion angeregt wurden, um sich ihrer Stärken und Persönlichkeitsmerkmale bewusst zu werden. Dem schloss sich der Workshop mit dem Titel „KI-Problemlöser oder Problembeschaffer?“ an, den Prof. Dr.-Ing. Weber mit einem interaktiven Vortrag einleitete. Hierbei ging es vor allem darum, die neuronalen Verschaltungen im menschlichen Gehirn mit den Strukturen künstlicher neuronaler Netze zu vergleichen. Mit Denk- und Rechenaufgaben bezog er die Schülerinnen und Schüler aktiv ein und machte so ein komplexes Thema unmittelbar erlebbar. Besonders einprägsam war die Erklärung, welche fundamentale Rolle das Binärsystem in der Informatik spielt – also die Tatsache, dass Computer im Kern nur zwischen zwei Zuständen unterscheiden: 0 und 1. Durch Prof. Webers Fragetechnik wurde dieser abstrakte Gedanke für alle nachvollziehbar und verständlich.
Im praktischen Teil des Workshops wurden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv. Ausgangspunkt war ein vorgeschriebenes Programm zur Erkennung von Gegenständen, das sie zunächst mit eigenen Daten fütterten und anschließend gezielt variierten. So erlebten sie hautnah, wie ein solches Programm auf veränderte Eingaben reagiert und wie empfindlich die Ergebnisse von den zugrunde liegenden Daten abhängen. Anhand dieses Beispiels wurde dabei unmittelbar deutlich, nach welchem Grundprinzip auch moderne Gesichtserkennung funktioniert – und dass selbst kleine Anpassungen im Programm oder in den Trainingsdaten einen großen Unterschied im Ergebnis machen können.
Abgerundet wurde der Tag durch eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Konsequenzen von KI-Technologien. Am Beispiel der Gesichtserkennung wurden sowohl die enormen Chancen – etwa in Medizin und Sicherheit – als auch die Risiken diskutiert, wie Datenschutzfragen, Überwachung und mögliche Diskriminierung durch fehlerhafte Algorithmen.
Der Workshop an der THM Friedberg zeigte eindrucksvoll, wie spannend und vielschichtig das Thema Künstliche Intelligenz ist. Die Schülerinnen und Schüler nahmen nicht nur neues Wissen, sondern auch einen kritischen Blick auf eine Technologie mit, die unsere Zukunft maßgeblich prägen wird. Ein herzlicher Dank gilt Prof. Dr.-Ing. Hartmut Weber für die inspirierende und kurzweilige Veranstaltung!
Text und Bild: Silvia Diehl