Schon Montag bei der Anreise gab es kleinere Stressmomente, als die Türen des ICE sich beim Ausstieg nicht mehr öffnen ließen, aber schlussendlich kamen wir doch gut im Max-Mannheimer-Haus in Dachau an. Nach einer kleinen Stadtrallye durch die Altstadt Dachaus und dem guten Abendessen in der Herberge konnte die Teamerin Hannah durch lustige und kommunikative Spiele für ein gutes Miteinander in der deutschen und tschechischen Gruppe sorgen, welches sich durch die gesamte Woche zog.
Tags darauf wurde vormittags der erste Besuch der KZ-Gedenkstätte vorbereitet, indem sich die Teilnehmenden mit den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten, deren Häftlingseinteilung sowie deren Propagandanutzung auseinandersetzten. Nachmittags erfolgte der erste Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers, bei dem uns die Teamerin Stefania diesen Teil der deutschen Geschichte mit Ernsthaftigkeit, Zugewandtheit und Engagement näherbrachte. Durch die anschließende gemeinsame Reflexion des Gesehenen sowie dem Austausch in der Gruppe gelang es den Schülerinnen und Schülern, das bedrückende Gefühl in den Hintergrund zu rücken und noch einen schönen Abend im deutsch-tschechischem Kreis zu haben.
Mittwoch konnten die Teilnehmenden die KZ-Gedenkstätte größtenteils eigenständig erkunden und intensiv selbstgewählte Aspekte im Museum erarbeiten. Auch ein zusammenfassender, halbstündiger Kinofilm gehörte zum Programm. Am Nachmittag hatten die Schülerinnen und Schüler die Wahl zwischen einem Workshop im Max-Mannheimer-Haus und dem Besuch des ehemaligen SS-Erschießungsplatzes für sowjetische Kriegsgefangene in Hebertshausen.
Im anschließenden Workshop erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler selbstgewählte Biographien von Häftlingen, unter anderem Max Mannheimer, und präsentierten die Erkenntnisse, anhand derer persönliche Schicksale nahbar gemacht wurden, am Ende der gesamten Gruppe.
Der letzte gemeinsame Tag der Begegnung stand im Zeichen der Stadt München. Nach einer Stadtführung erkundeten die Teilnehmenden die Multimedia-Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum. Obwohl einige anfangs lieber schon direkt in die Münchner Innenstadt aufgebrochen wären, fanden alle die Ausstellung als Abschluss sehr wertvoll und sehenswert. Abschließend konnte die Stadt dann in Kleingruppen auf eigene Faust erkundet werden.
Der Tag der Heimreise begann mit einer längeren Feedbackrunde, bei der die Teamerinnen für die Gestaltung der Woche großes Lob erhielten. Insgesamt beschrieben die Schülerinnen und Schüler die Woche als spannend, erlebnis- und lehrreich. Die Teamerinnen hingegen hatten auch nur Lob für unsere Schülerinnen und Schüler übrig, deren Mitarbeit, Engagement und Neugier hervorgehoben wurde.
Text und Foto: Thomas Dersch