Marvin Becht mit Spitzenplatz in Hessen

Kultusminister Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz zeichnet Schülerinnen und Schüler für beste Praktikumsberichte in Hessen aus

LAUTERBACH (pm). „Marvin Becht mit zweitbestem Praktikumsbericht“ – Wem diese Meldung bekannt vorkommt, der hat nicht ganz unrecht, schließlich sind es kaum drei Monate her, dass der 16-jährige Allmenröder für sein herausragendes Abschneiden in der Region Mittelhessen geehrt wurde. Nun legte er noch einmal nach, denn auch auf Landesebene, also in ganz Hessen, konnte Marvin seinen Spitzenplatz verteidigen. Kultusminister Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz zeichnete ihn und die anderen erfolgreichen Schülerinnen und Schüler vor wenigen Tagen online aus und lobte die Teilenehmenden mit Blick auf die Corona-Situation ganz besonders: „Das Schuljahr 2019/2020 war für uns alle eine besondere Herausforderung“, sagte Lorz anlässlich der Preisverleihung. „Auch die Praktika sind davon nicht verschont geblieben. Während einige ihr Praktika gar nicht erst antreten konnten, mussten andere schon nach kurzer Zeit abbrechen. Das ist sehr bedauerlich, denn diese praktischen Erfahrungen sind unschätzbar und wichtig für den beruflichen Werdegang. Dennoch haben sich die Schülerinnen und Schüler die Mühe gemacht und tolle Praktikumsberichte erstellt. Das ist unter diesen Umständen eine wirklich besondere Leistung.“

Auch Sascha Drechsel, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Mittelhessen von HESSENMETALL, einem Sponsor des Wettbewerbs, stimmte in das Lob des Kultusministers ein: „Wir gratulieren allen Schülerinnen und Schülern ganz herzlich und freuen uns jedes Jahr wieder über das hohe Engagement und die Begeisterung, mit der die Berichte angefertigt werden. Gleichzeitig bedanken wir uns bei allen Lehrerinnen und Lehrern sowie bei den Betrieben für die großartige Unterstützung,“ so Drechsel, der sich auch zur Bedeutung der Praktika äußerte: „Für uns ist das Betriebspraktikum einer der wichtigsten Bausteine für eine gute Berufsorientierung und es kann der Start einer erfolgreichen Karriere, zum Beispiel bei uns in der Metall- und Elektroindustrie, bedeuten. Daher fördern wir als Verband seit vielen Jahren den Wettbewerb.“

In diesem Jahr erhielten 20 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen Urkunden, Geld- und Sachprämien für ihre überdurchschnittlich guten Praktikumsberichte. Die Hessensieger hatten sich zunächst in den fünf Regionen Wiesbaden-Rheingau-Taunus, Rhein-Main-Taunus, Nordhessen, Osthessen und Mittelhessen aus 60 eingereichten Berichten für die Teilnahme am Hessenentscheid qualifiziert. Pro Schule durften die besten drei Berichtshefte in den Kategorien Förder-, Haupt-, Real-, integrierte Gesamtschule sowie aus Sekundarstufe I und II des Gymnasiums teilnehmen. Federführend für die Durchführung des Wettbewerbs ist das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT, dessen regionale Arbeitskreise die Vorentscheide organisieren. Sascha Ruhweza, Sprecher von SCHULEWIRTSCHAFT Mittelhessen, betonte die Bedeutung von Praktika für die Berufliche Orientierung junger Menschen. Auch für die Teilnahme an dem Wettbewerb sprach sich Ruhweza deutlich aus: „Es lohnt sich! Zum einen kann die Teilnahme beim Findungsprozess für die spätere berufliche Laufbahn helfen und schafft Klarheit. Zum anderen zeugt die Teilnahme von Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und Zielstrebigkeit. Diese Eigenschaften in Kombination mit der Urkunde des Wettbewerbs kann Türen öffnen und so den Lebensweg nachhaltig ebnen.“

Selbstverständlich sparte man auch an der Alexander-von-Humboldt-Schule nicht mit Lob: „Marvin Becht überzeugte in seinem Praktikumsbericht durch die Aufbereitung des Inhalts, seine Analysefähigkeit und die Selbstreflexion“, wie Schulleiterin Gitta Holloch nicht ohne Stolz verkündete. Marvin selbst nimmt seinen großen Erfolg relativ gelassen hin: Dass sein Bericht gut war, hatte er ja schon durch das gute Abschneiden beim Vorentscheid schriftlich, und auch im Landesentscheid „hat wohl alles gut gepasst“, findet er. Die Anforderungen der Jury, bestehend aus Lehrkräften und betrieblichen Ausbildern, passten anscheinend gut zu Marvins Arbeitsweise; bewertet wird nach Inhalt, Struktur, Layout und Kreativität.

„Praktika bieten den Schülerinnen und Schülern erste Einblicke in das Arbeitsleben, in die Praxis vor Ort, in die Struktur eines Arbeitstages und natürlich in ein bestimmtes Berufsbild – alles Erfahrungen, die sie in der Schule nicht sammeln können“, so Oliver Stoy, an der AvH verantwortlich für die Berufliche Orientierung. Außerdem seien diese Anlässe ein gutes Instrument, um Jugendliche und Unternehmen frühzeitig zusammenzubringen – sei es für eine Ausbildung, eine Duales Studium oder einen späteren Arbeitsplatz.

Aus diesem Grund legt die Alexander-von-Humboldt-Schule großen Wert auf mehrere verbindlich zu absolvierende Praktika im Lauf der Schulzeit. Darüber hinaus unterstützt das Gymnasium weitere freiwillige Praktika für die Schülerinnen und Schüler der Q-Phase in den Ferien mit einer Unterrichtsbefreiung eine Woche vor den Ferien, um eine Verlängerung der Praktika zu ermöglichen, wie Stoy unterstreicht. Auch er blickt mit großer Freude auf die Leistung und das gute Abschneiden von Marvin Becht, dessen PoWi-Lehrer Sebastian Recklies dem erfolgreichen Schüler grundsätzlich Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, sauberes und zielstrebiges Arbeiten sowie Medienkompetenz attestiert.

Marvin Becht jedenfalls bestätigt, dass ihm sein Praktikum bei der JUMO GmbH & Co.KG in Fulda viele Horizonte eröffnet hat. Um diese noch zu weiten, will er in den Ferien ein weiteres Praktikum im Bereich Engineering absolvieren, denn auf Lorbeeren ausruhen ist nicht sein Ding: „Ich will weitere Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen, um meine Ausbildung nach dem Abitur auf sichere Füße zu stellen.“

Text: Traudi Schlitt; Foto: Joachim Gerking

Oliver Stoy (links) und Marvin Becht freuen sich über die erneute erfolgreiche Teilnahme am Schülerwettbewerb.

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