Berlinfahrt der E-Phase 2012 – „Das Versprechen“ im Maxim Gorki Theater

Berlinfahrt der E-Phase: Das Versprechen – Workshop

Am Mittwoch stand für den Abend auch „Das Versprechen“, aufgeführt im Maxim Gorki Theater im Kulturprogramm an.  Der DS-Kurs von Frau Gebel nahm vorher an einem Workshop zu diesem Stück teil.
Wir sollten selbst szenische Vorgänge entwickeln und den Prozess, der zu einer Inszenierung führt, an der eigenen Haut spüren. Eingeführt in die Thematik des Stücks „Das Versprechen“ und spielerisch geleitet wurden wir hierbei von Janka Panskus (leitende Theaterpädagogin) und Magdalene Brandt (Theaterpädagogin).

In der leeren Eingangshalle des Maxim Gorki Theaters bildeten wir einen Stuhlkreis und stellten uns vor. Danach bereiteten wir uns mit Aufwärmübungen auf das szenische Spielen vor.
In einer Übung z.B. liefen wir in einem vorgegebenen Raum umher und sollten uns zunächst einen Freund, dem wir möglichst nahe bleiben, dann einen Feind, von dem wir uns fern halten sollten und zuletzt eine Person als Talisman, die zwischen uns und unserem Feind sein sollte, suchen. Hierbei sollten die ausgewählten Personen jedoch nicht bemerken, welche Rolle sie für den anderen hatten. Wir stellten fest, dass es selbst mit so vielen Leuten schwierig ist, sich unauffällig zu verhalten. Auch in den anderen Übungen zeigte sich, dass es nicht einfach ist, eine Täuschung vorzuspielen.

Dann wurde uns erklärt wie eine Inszenierung entsteht. So erfuhren wir, dass die theatrale Umsetzung eines Textes immer Interpretationssache ist und es daher viele verschiedene Inszenierungen zu einem Stück gibt. Nun sollten wir selbst in die Rolle eines Regisseurs schlüpfen und als Schauspieler verschiedene Texte eigens darstellen.
Hierbei hatten wir viele gestalterische Freiheiten. Uns wurden auch Kostüme zur Verfügung gestellt, und was dabei alles entstand will ich gar nicht näher erläutern.

Zunächst sollten wir Rotkäppchen in verschiedenen Genres spielen. Meine Gruppe sollte einen Rotkäppchen-Krimi darstellen. Also wurde Rotkäppchen kurzerhand vom Wolf als Geisel gehalten, damit dieser Lösegeld von ihrer Mutter erpressen konnte. Natürlich wurde er vom Kommissar gefasst.
Die anderen Gruppen spielten noch einen Western und einen Thriller. Mir hat der Thriller persönlich am besten gefallen; schockierend war der Tod von Rotkäppchen, insbesondere das Aufschlaggeräusch ihres Kopfes.

Aber was hat das Märchen Rotkäppchen mit „Das Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt zu tun?
Tatsächlich gibt es hier Parallelen. Dazu sollte man sich Rotkäppchen als Krimi vorstellen. In dieser Rotkäppchen-Geschichte gibt es eine Mutter, die ihrem Kind sagt, es solle nicht vom rechten Weg abkommen. Das Kind jedoch tut es, sie begegnet einem Wolf. In der Krimi-Form wäre dieser z.B. mit einem Sexualverbrecher gleichzusetzen. In „Das Versprechen“ wird gleich am Anfang ein Mordfall an einem kleinen Mädchen im Wald festgestellt. Hauptkommissar Gerd Schwarz will nun den Mörder des Mädchens finden, zumal er dies der Mutter des Kindes versprochen hat. Er kauft eine Tankstelle in der Nähe des Tatorts. Hier begegnet er der Kellnerin Laura und ihrer Tochter Chrissie und findet somit einen Lockvogel für sein Vorhaben.

Nun sollten wir noch mehrere Szenen aus „Das Versprechen“ spielen, die uns einen Einblick in das Verhalten des Kommissars gewährten. Für uns schien er ein typischer Kommissar zu sein: Single, still und nachdenklich. Dennoch wurde uns schnell bewusst, dass er eine Beziehung zur Kellnerin, und vor allem deren Tochter aufbaut.
Uns wurde noch verraten, dass die Tochter der Kellnerin in dieser Inszenierung von einer Erwachsenen gespielt und die Geschichte aus ihrer Sicht ein paar Jahre später erzählt wird. Am Ende des Workshops erwarteten wir voller Spannung die Aufführung am Abend.

Ich fand den Workshop sehr informativ und unterhaltsam. Da ich keine Erfahrung im Darstellenden Spiel habe, war ich sehr aufgeregt und gespannt, was auf mich zukommen würde. Doch konnten die Theater-Pädagogen immer aushelfen, wenn man Fragen hatte, sodass ich mich sofort aufgefangen fühlte.

Von Svenja Schneider, E2-A

DAS VERSPRECHEN / Friedrich Dürrenmatt
Regie: Armin Petras

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